So, das war mal wieder die deutsche Perfektion. Extra mit dem früheren Zug gefahren, mit dem wir dreieinhalb Stunden vor Abflug in Frankfurt gewesen wären. Wären wohlgemerkt.
Es war dann nämlich so. Super pünktliche Fahrt bis Mannheim. In Mannheim am Bahnhof sehr sehr viele Leute und ganz viele ICE's. Alle Gleise standen mit den weißen Dingern voll (in Offenburg stand nur eine schöne alte Dampflock neben uns - hätten wir vielleicht die nehmen sollen?). Dann hieß es, es geht nichts mehr in Richtung Frankfurt, Oberleitungsschaden (doch Dampflock). Also einfach mal gewartet, die Taschen mal in diesen ICE, dann in jenen getragen, je nachdem, welcher gerade die kürzeste Verspätung anzeigte. Zwischenzeitlich waren nämlich mindestens 4 davon da, die nach Frankfurt fahren wollten.
Dann mal wieder auf ein anderes Gleis gerannt und die Taschen in den Zug gehieft. Und siehe da, alles richtig gemacht, es war der erste, der losfahren durfte und dann auch noch einer, der direkt zum Flughafen fährt.
Die Freude währte nicht lange. Irgendwann standen wir in der Prärie und es kam dann auch nach 10 Minuten die Durchsage, dass der Fernbahnhof Frankfurt-Flughafen voll gesperrt ist. Wir werden deshalb an den Regionalbahnhof fahren, also immerhin doch an den Flughafen.
Das war ja noch ok, aber irgendwie gab es wohl auch keinen direkten Weg zum Regionalbahnhof. Wir sind also erst mal vorbeigefahren und irgendwann standen wir am Südbahnhof in Frankfurt. Laut Durchsage musste jetzt nur noch die Fahrtrichtung gewechselt werden und dann gehts weiter.
Nix da.
Der Lokführer außen durchgehechelt in Richtung andere Seite zu seiner Lok und das wars dann. Nach weiteren 20 Minuten die Durchsage, dass wir noch warten müssten, weil zu viele Züge vor uns sind. Darüber, wie lange warten sagte man uns nichts. Zwischenzeitlich trafen weitere ICE's am Südbahnhof ein und standen da rum.
Also weiter gewartet. Nach 15 Minuten die Wiederholung der Durchsage, sinngemäß, wir haben keine Ahnung, wie lange es noch dauert, aber es dauert auf jeden Fall noch länger. Größzügigerweise wurden kostenlose Getränke im Bord-Bistro angeboten.
Nun kehrte doch langsam eine innere Unruhe ein, die Zeit arbeitete eindeutig gegen uns. Zwischendurch immer mal wieder von Sarah und Jerome, die das Drama telefonisch begleiteten und zu Hause im Internet nach aktuellen Infos schauten, Zwischeninfos geholt.
Irgendwann die Nerven verloren, Taschen aus dem Zug und raus aus dem Bahnhof. Nach etwas suchen schließlich eine Buslinie gefunden, die tatsächlich 10 Minuten später (pünktlich) in Richtung Flughafen fuhr. Großzügigerweise hat der Busfahrer sogar unsere Rail & Fly-Tickets akzeptiert.
So waren wir schließlich 45 Minuten vor Abflug am Check-In. Da die Maschine dann eh (wie erwartet) eine Stunde Verspätung hatte, hat dann doch noch alles gepasst, außer, dass Claudia 22 Sitzreihen vor mir in der Maschine saß, weil da irgendwie wieder was schiefgelaufen war.
Aber auch das haben wir dann im Flugzeug mit Hilfe eines netten Thai-Mädchens so gelöst, dass wir zusammen in einer Reihe, die wir dann ganz für uns hatten, sitzen konnten.
Beim Start in Frankfurt hat man von dem Wind übrigens nichts gemerkt, obwohl es gemacht hat, wie verrückt.
Auf jeden Fall sind wir jetzt im Hotel in Bangkok und draußen hat es dezente 38 Grad und gefühlte 270% Luftfeuchtigkeit.
Jetzt gehen wir erst mal ein Stündchen schlafen und dann sehen wir weiter. (Hier ist es jetzt 15.50 Uhr)
Grüße an alle.