Da es in Mt.Isa wirklich nichts zu sehen gab, sind wir am nächsten Morgen in Richtung Plenty Highway losgefahren. Anfänglich war es etwas bewölkt, sah aber eigentlich noch ganz gut aus.
Die ersten 90 km waren einspurig geteert, wobei man da unter Umständen schon mal länger auf eine Überholmöglichkeit warten muss. (theoretisch, natürlich lässt man jemanden vorbei, vor allem wenn er ein 53 Meter langes Auto fährt und du im Rückspiegel nur noch die Scheinwerfer erkennen kannst)
Es wurde dann auch wieder sonniger, weshalb wir richtig rumtrödelten und in Urundangi im Roadhouse noch mit den Besitzern längere Zeit getratscht haben.
Die Schmetterlinge waren vor dem Roadhouse.
Der Besitzer sagte uns noch, dass die Strasse in Richtung Plenty Highway (90 km) nach Regen unpassierbar ist und meinte aber, dass es vor Samstag nicht regnet.
Das war ein Irrtum. Als wir losfuhren, wurde es binnen Minuten kohlrabenschwarz und prompt fing es nach ungefähr der halben Strecke an zu regnen. Natürlich war nichts mehr mit anhalten und fotografieren sondern nur noch fahren, fahren, fahren. Auf den letzten 20km war die Strecke schon so aufgeweicht, dass die Karre bis an die Radnaben im Dreck versank und sich mit dem Allrad gerade noch so durchwühlte.
Das Ergebnis sah dann so aus:
Das Problem war damit aber noch nicht behoben, da der Plenty Highway nach Regen ebenfalls unpassierbar wird und wir noch 450km für die nächsten Tage vor uns hatten. Unsere erste Übernachtung hatten wir in Tobermorey geplant, das liegt gleich nach der Einmündung von der Urandangistrasse am Plenty Highway, allerdings noch 7 km in Richtung Queensland, also in die entgegengesetzte Richtung, die wir am nächsten Tag fahren mussten. (C.: wollten)
Dort angekommen stand ein Schild: "No Fuel, No Service", da das Roadhouse bereits 2007 zugemacht hat, in allen Straßenkarten aber noch verzeichnet ist. Da es weiterhin regnete haben wir beschlossen, so weit wir kommen auf dem Plenty Highway in Richtung Alice Springs zu fahren. Die Entfernung zum nächsten Roadhouse betrug allerdings 213 km und es war schon 15.00 Uhr (C.: das bedeutet nach australischer Zeitrechnung schon kurz vor Bettgehzeit). Der Himmel sah auch nicht wirklich gut aus, aber die Straße war relativ steinig und dadurch gut befahrbar.
Gegen Abend waren dann auch wieder ein paar hellere Wolken am Himmel zu sehen, weshalb die Hoffnung, auf dem Highway noch durchzukommen, stieg.
Wenn man dort nicht durchkommt, muss man mehr als 1000km Umweg fahren, um nach Alice Springs zu kommen und wenn man in der Mitte des Highways, die wir in den Abendstunden erreicht hatten, festsitzt, gibt es als einzige Möglichkeit zu warten, bis die Strasse wieder abtrocknet.
Kurz vor Einbruch der Dunkelheit haben wir mehrere Dingos getroffen, die sich brennend für unser Auto interessierten.
Zwischendurch fielen auch immer mal ein paar Tropfen Regen, aber es gab auch schon kurze Sonnenlöcher.
Auf jeden Fall haben wir das nächste Roadhouse in Jervois vor Einbruch der Dunkelheit nicht mehr geschafft und fuhren die letzte halbe Stunde in stockdusterer Nacht, was bei den Straßenbedingungen nicht so toll ist. Da lungern ständig (absolut dämliche) Kühe und andere Untiere auf der Straße rum und das Licht an unserem Auto ist auch nicht wirklich gut. (C.: liegt wohl an der mangelhaftigen Reinigung)
Am nächsten Morgen sah alles doch wieder sehr freundlich aus. Nach einem schönen Sonnenaufgang mit einem unwahrscheinlichen Vogelkonzert hatten wir einen frisch gewaschenen, stahlblauen Himmel. (C.: falls ihr euch fragt, was ich früh morgens am Gasherd rumschraube: ich versuche dem labbrigen australischen Brot eine einigermaßen genießbare knusprige Kruste zu verpassen, in dem ich es in die Pfanne schmeiße)
So sah dann auch die Straße wieder recht freundlich aus...
...obwohl auch dazwischen aufgrund des Regens vom Vortag wieder 10 km aus komplett aufgeweichtem Matsch bestanden. Ohne Allrad wäre da absolut kein Durchkommen gewesen. Natürlich haben wir auf dem Stück nicht gehalten, weil in dem Matsch eh keiner aussteigen wollte, aber es sah so aus, wir auf dem Bild links und rechts der einigermaßen festen Straße.
Wir sind dann an dem Tag nur rund 200km bis zum nächsten Roadhouse, Gem Tree, gefahren und haben uns dort in die Sonne gesetzt. Da neben uns einer sein Auto gewaschen hat, hatte ich mit unserer Karre Mitleid und habe mir schließlich den Schlauch ausgeborgt. (C.: es liegt einfach in seiner Natur und der Waschmaschinenpark war hier nicht so ganz seinen Ansprüchen entsprechend)
Gegen Abend bewölkte es allerdings schon wieder.
Nach einem wunderschönen Sonnenaufgang...
haben wir uns trotz Bewölkung entschlossen, über den Bins Track nach Alice Springs zu fahren. Meine Autowaschbemühungen waren damit allerdings nach rund 20 km Fahrt wieder erledigt, weil die Straße komplett unter Wasser stand. (C.: sag ich doch schon von Anfang an, Autowaschen ist so unnötig wie das Bettenmachen jeden Tag)
Das ist hundertprozentig kein Bild vom Vortag, sondern von dem frisch gewaschenen Auto nach 20 km. (C.: :-))
Es regnete dann auch wieder ein paar Tropfen, es wurde im weiteren Tagesverlauf aber immer schöner. Es war dann wirklich eine traumhafte Strecke durch die East Macdonnalls nach Alice Springs, wobei die letzten 40km des Bin Tracks wegen Hochwasserschäden gesperrt waren. Unterwegs gab es Horden von Wellensittichen, die man aber kaum vor die Linse bekommt, weil sie sofort in Schwärmen abhauen, wenn man sich mit dem Auto nähert.
Die Straßen trockneten auch zusehends ab.
Hier noch ein paar Bilder von der Strecke.
Jetzt sind wir also in Alice, wo wir am Mittwoch unser Auto abgeben müssen. Je nachdem, was das Wetter macht, machen wir am Montag und Dienstag hier noch Tagesausflüge, ansonsten neigt sich der Blog dem Ende. Wir werden auf jeden Fall am Dienstag nochmal was reinschreiben und wenn es nur die Statistik ist.
Aber ein Blümchen gab es heute auch noch:
Grüße an alle
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